Wie gut sprechen Deutsche englisch?

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Wie gut sprechen Deutsche englisch?

Ungelesener Beitragvon Dirk_1972 » 30.11.2013, 12:47

Hej allemaal,

Deutsche haben ihre Sprachkompetenz in Englisch verbessert, lt. einer Studie von EF Education, wie ich auf N24.de lesen konnte.

Allerdings glaube ich nicht, dass diese Studie wirklich repräsentativ ist. Gibt es dazu noch andere aussagekräftige Studien?

Gerne würde ich Meinungen und Ansichten von euch hören zu dieser Fragestellung. Findet ihr, dass ein gutes Englisch wichtig ist? Und warum ja oder nein. Müsste in Europa noch mehr englisch gesprochen werden, z.B. in öffentlichen Gebäuden (Ämter, Schulen, Kindergärten oder Bahnhöfe, Flügplätze usw) oder Geschäften, Kaufhäusern, an Arbeitsplätzen etc.? Sollte die Media-Welt (Kino, TV, Internet usw.) noch viel mehr in englisch angeboten werden? Oder meint ihr, dass die englische Sprache in Deutschland schon zu viel präsent ist?

Herr Oettinger sagt dazu, dass Englisch immer wichtiger wird, siehe Video.


Freue mich auf eure Ansichten und Erfahrungen.
Dirk_1972
 

Re: Wie gut sprechen Deutsche englisch?

Ungelesener Beitragvon Gerard » 30.11.2013, 12:54

Ich kann Herrn Oettinger einen Sprachkurs "Improve your English" empfehlen ;-)



Offtopic:
de clip was hier al eens eerder geplaatst, maar komt hier weer heel goed van pas :-d :-d
Gerard
 

Re: Wie gut sprechen Deutsche englisch?

Ungelesener Beitragvon Yuna » 30.11.2013, 13:02

Wenn ich meine Familie betrachte, sieht man die komplette Bandbreite von gut englisch Sprechenden und jenen, die gar kein Englisch beherrschen. Ob man es braucht, hängt davon ab, was man im Leben machen möchte. Ich denke nicht, dass jeder es benötigt.
Yuna
 

Re: Wie gut sprechen Deutsche englisch?

Ungelesener Beitragvon bananalars01 » 01.12.2013, 10:48

Nehmen wir an Deutsche und Niederländer haben das gleiche Niveau in Englisch:

Bei der Aussprache wird dann deutlich das Deutsche (ich gehe von Hochdeutsch aus, nicht von Dialekten) eine viel bessere Aussprache haben als die Niederländer. Ist ja auch logisch: wir haben dieses GRRRRR nicht.

Auch die Aussprache von Englisch bei Flamen ist weit besser als bei Niederländern.

Die Niederländer haben allerdings den Vorteil das im Fernsehen viele Filme nicht übersetzt werden, so lernen sie im Prinzip ohne großartig Englischkurse belegen zu müssen.

Peinlich bei den Deutschen sind natürlich Westerwelle oder Oettinger, und ausgerechnet die müssten gutes Englisch können.
bananalars01
 

Re: Wie gut sprechen Deutsche englisch?

Ungelesener Beitragvon bananalars01 » 01.12.2013, 17:55

Ohh ich gehe noch auf die Verbreitung von Englisch ein.

Also es wird viel zu viel Englisch gesprochen, nicht nur in Deutschland sondern auch in den Niederlanden.

Am Amsterdamer Flughafen wolllte ich natürlich Niederländisch sprechen, unmöglich, entweder konnten die kein Niederländisch oder wollten nicht.

In Brüssel gibt es drei Arbeitssprachen:Deutsch, Englisch und Französisch. Nachdem Deutsch in Brüssel ohnehin bedeutungslos geworden ist ist auch Französisch auf dem Sinkflug.

Die EU macht sich lächerlich: die will das in jeden EU Land die Schüler zwei Sprachen lernen sollen aber in der täglichen Praxis in Brüssel wird fast nur noch Englisch gesprochen. Der Bundestagspräsident Lammert hat mehrmals an das Parlament gesendete Drucksachen der EU zurückgehen lassen weil alles auf Englisch war.

Das weitere Problem ist speziell in Deutschland: die zunehmende Verwendung von Anglizismen. Ich hasse das.
Es heißt Informationsschalter bei der Bahn und nicht Service Point . Ganz krass ist es in der EDV Branche.

Ich bin gegen Englisch als Einheitssprache und für eine Sprachenviefalt bei der alle Sprachen gleichwertig sein sollten.
Aus Effizienzgründen in der EU: drei gleichwertige Arbeitssprachen.

Ich hoffe ich habe hier keinen Rechtschreibfehler :ikniet:
bananalars01
 

Re: Wie gut sprechen Deutsche englisch?

Ungelesener Beitragvon Rike » 02.12.2013, 08:09

Offtopic:
Also am Samstag wurde bei uns in der U-Bahn dreisprachig vor Taschendieben gewarnt : Deutsch, Englisch und Niederländisch.
Und auch die Anzeigentafel wurde in diesen 3 Sprachen angezeigt :-)
Rike
 

Re: Wie gut sprechen Deutsche englisch?

Ungelesener Beitragvon Unverhofft » 02.12.2013, 10:36

Also, ich finde, es genügt, dass wir in Europa eine Einheitswährung haben. Eine Einheitssprache wäre sicherlich praktisch, würde uns aber kulturell sehr viel ärmer machen. Ich habe den Eindruck, dass wir Deutsche durchweg über gute Englischkenntnisse verfügen. Da bedarf es keines weiteren encouragements. Und warum mehr Englisch in öffentlichen Einrichtungen? Wer in unser Land kommt, soll tunlichst Deutsch lernen. Außerdem: Die Engländer sind nach ihrer politischen Einstellung doch sowieso nur halbe Europäer und demnächst vielleicht aus das nicht einmal mehr! :tu:
Unverhofft
 

Re: Wie gut sprechen Deutsche englisch?

Ungelesener Beitragvon Brinkley » 02.12.2013, 13:06

@Reimar: Das sehe ich anders. Du sagst: "Wer in unser Land kommt soll tunlichst Deutsch lernen". In gewisse Weise hast du Recht, wenn jemand hierher kommt um längere Zeit oder gar für immer hier zu bleiben, soll er/sie selbstverständlich Deutsch lernen. Aber wenn jemand viel in der Weltgeschichte unterwegs ist, sich für Arbeit oder Urlaub mal hier, mal dort aufhält, kann er wohl kaum all diese Sprachen lernen. Ich spreche 5 Sprachen mehr oder weniger fließend und kann ein paar Brocken Spanisch und Italienisch, genug um guten Tag und auf Wiedersehen zu sagen, oder mir im Restaurant was zu bestellen. Ich freue mich aber sehr, dass ich mir in Spanien mit Englisch helfen kann, wenn es darüber hinaus geht. Ebenso in Italien oder Dänemark um mal ein paar Beispiele zu nennen. Ich finde es zu viel gefragt um von jedem zu verlangen die jeweilige Landessprache zu lernen. Einigen wir uns doch auf Englisch, dass sich nun mal als Weltsprache etabliert hat.
Auch gebe ich zu bedenken, dass es nicht jedem so leicht fällt eine Fremdsprache zu lernen. Es gibt eine Menge Leute, die sich damit sehr schwer tun, vor allem, wenn sie vielleicht nicht all zu viel Bildung genossen haben, nicht mehr die allerjüngsten sind, harte Arbeit verrichten sodass sie abends fix und fertig sind oder den Weg zu den entsprechenden Angebote nicht kennen.

@bananalars: Die jüngeren Leute in D mögen vielleicht recht gut Englisch können, ich lerne durch meine Arbeit jedoch eine Menge ü-40'er kennen, die sich mit den einfachsten Begriffen arg schwer tun. Das kenne ich aus NL anders, da hat keiner ein Problem mit "Service-Point".
Offtopic:
Was deine Bemerkung über die tolle Aussprache der Deutschen betrifft, da kann ich nur sagen: typischer Lars-Quatsch :huil:
Brinkley
 

Re: Wie gut sprechen Deutsche englisch?

Ungelesener Beitragvon Yuna » 02.12.2013, 14:56

bananalars01 hat geschrieben:Ohh ich gehe noch auf die Verbreitung von Englisch ein.

Also, es wird viel zu viel Englisch gesprochen, nicht nur in Deutschland sondern auch in den Niederlanden.

Am Amsterdamer Flughafen wolllte ich natürlich Niederländisch sprechen, unmöglich, entweder konnten die kein Niederländisch oder wollten nicht.

In Brüssel gibt es drei Arbeitssprachen:Deutsch, Englisch und Französisch. Nachdem Deutsch in Brüssel ohnehin bedeutungslos geworden ist, ist auch Französisch auf dem Sinkflug.

Die EU macht sich lächerlich: die will, dass in jeden EU Land die Schüler zwei Sprachen lernen sollen aber in der täglichen Praxis wird in Brüssel fast nur noch Englisch gesprochen. Der Bundestagspräsident Lammert hat mehrmals an das Parlament gesendete Drucksachen der EU zurückgehen lassen, weil alles auf Englisch war.

Das weitere Problem ist speziell in Deutschland: die zunehmende Verwendung von Anglizismen. Ich hasse das.
Es heißt Informationsschalter bei der Bahn und nicht Service Point . Ganz krass ist es in der EDV Branche.

Ich bin gegen Englisch als Einheitssprache und für eine Sprachenviefalt bei der alle Sprachen gleichwertig sein sollten.
Aus Effizienzgründen in der EU: drei gleichwertige Arbeitssprachen.

Ich hoffe, ich habe hier keinen Rechtschreibfehler :ikniet:
.

Hallo,
zunächst einmal habe ich einige wenige Zeichenfehler korrigiert.

Desweiteren schließe ich mich deiner Meinung über die Anglizismen an. Besonders für die immer größer werdende ältere Generation sind Anglizismen in Deutschland ein Problem. Ebenso die Technisierung vieler Kaufvorgänge, dessen Bezeichnungen ebenfalls auf Englisch sind "Online-Banking", "Payback" und Service-Hotlines sind nur wenige Bespiele. Dass die meiste Kommunikation bereits über E-mail läuft, macht es besonders jenen schwer, die die Umstellung auf Fax nicht mitbekommen haben.
Ein weiteres Feld, in dem Anglizismen immer häufer werden, ist das Merchandise und das Management. Bei der Argentur für Arbeit gibt es einen Sachbearbeiter, der Fallmanager heißt und Werbegeschenke sind Merchandise-Produkte.
Statt Sommerschlussverkauf steht in jedem Fenster "Sale!" und Rabattgutscheine sind nur noch e-Coupons. Wenn ich bedenke, wie viel Geld ich alleine sparen kann, dadurch, dass ich Internet habe, finde ich, muss man schon fast an technischer Diskriminierung jener denken, denen die Barrieren des Internets zu hoch sind (sowohl kognitiv- Renter, Menschen mit Behinderungen, als auch rein technisch - Blinde, Gehörlöse).

Die Masse der Anglizismen führt nur in der jüngeren Generation und auch nur innerhalb der sogenannten "Leistungsgesellschaft" zu einem Mehrwert. Soziologisch entsteht dadurch eine unterschwellige Selektion, da Interformationen theoretisch allen zugänglich gemacht werden, defacto über das Englische jedoch verschlüsselt werden. Soziale Schichten, die bekanntlicher Weise häufig dem Englisch nicht mächtig sind, werden so sehr "diskret" aus der "Gesellschaft der Wissenden" aussortiert. So ein Vorgehen finde ich nicht gut. Es lässt auch die deutsche Sprache sehr für Tourristen in den Hintergrund rücken... und genau an dieser Stelle wundert es mich dann nicht mehr, wenn Englisch-Sprachige keinen Grund mehr sehen, für ein Studium in Deutschland kein Deutsch zu lernen, drei Jahre hier bleiben und dann wieder mit ihrem Doktor ausreisen.
Yuna
 

Re: Wie gut sprechen Deutsche englisch?

Ungelesener Beitragvon Pizzabiene » 02.12.2013, 14:58

Was die " tolle Aussprache " der Deutschen betrifft, erinnere ich noch an Folgendes: ;-)

Senk ju for träveling wis Deutsche.......


Ich befürchte unsere Aussprache ist eher schlecht und auch hier glaube ich, dass es einen altersbedingten Unterschied gibt, den Heleen bereits erwähnte.
Ich persönlich habe überhaupt keine Probleme mit Anglizismen. Englisch ist und bleibt eine Weltsprache ( komunikationsfördernd ) und wird nicht umsonst in den Schulen gelehrt.
Pizzabiene
 

Re: Wie gut sprechen Deutsche englisch?

Ungelesener Beitragvon Unverhofft » 03.12.2013, 11:43

Die Frage lautete: Wie gut sprechen Deutsche englisch? Ich denke, dass damit wohl eher die Sprachkenntnis als die Aussprache gemeint war, oder?
Ich nehme mal an, dass nahezu alle, die sich hier auf dem Forum tummeln, über Grundkenntnisse in der englischen Sprache verfügen. Ich selbst habe nach der Schulzeit noch Abendkurse in dieser Sprache belegt und dann drei Jahre in England gelebt. Für mein berufliches Fortkommen aber auch auf meinen privaten Reisen hat sich meine englische Sprachkenntnis als sehr nützlich erwiesen. Daran besteht kein Zweifel. Aber muss ein Gärtner, Landwirt oder Maurer unbedingt diese Sprache beherrschen, nur weil er mal einen Urlaub auf Mallorca verbringen will? :-?
Unverhofft
 

Re: Wie gut sprechen Deutsche englisch?

Ungelesener Beitragvon Brinkley » 03.12.2013, 13:03

Muss er natürlich nicht, Reimar, er müsste eigentlich Spanisch lernen :-) Schließlich könnten die Spanier nämlich ebenso gut wie du sagen: "Wer in unser Land kommt, soll tunlichst Spanisch lernen".
Dass die Spanier dies nicht tun, spricht für ihr Geschäftssinn und ihre Höflichkeit. Länder und Völker, die sich für Weltsprachen verschließen, wie z.B. Frankreich es in extremem Maße tut, haben letzendlich in der globalen Gesellschaft schlechte Karten. Traditionelle Handelsvölker wie die NL'er machen es vor. Sie verlangen z.B. auch nicht, dass du in Renesse deinen Kaffee auf NL bestellst.

@Yuna: Du hast natürlich Recht, dass es Gruppen gibt, die benachteiligt sind. Trotzdem sehe ich kein Problem darin, gerade im technischen und IT-Bereich, neue Wörter aus dem Englischen zu übernehmen. Warum künstlich ein deutsches Wort für "online", "Update" oder "Download" bedenken, was dann später zu Verständigungsschwierigkeiten führt? Dann kann man doch besser ein international gebräuchliches Wort übernehmen?
Ob man Begriffe ersetzen muss, für die es eine gängige, bereits existierenden deutsche Alternative gibt, steht auf einem anderen Blatt. Das finde ich eher albern, zumal es in diesem Bereich oft englisch-klingende Bezeichnungen gibt, wie die klassischen Beispiele Handy, Bodybag und Public Viewing, die schlichtweg lächerlich falsch sind.
Brinkley
 

Re: Wie gut sprechen Deutsche englisch?

Ungelesener Beitragvon Yuna » 03.12.2013, 14:20

Bei online gebe ich dir recht, Helene. Für "update" könnte man jedoch auch einfach "Aktualisierung" und für "download" "herunterladen" sagen.

Ich finde Anglizismen nicht ausschließlich verwerflich, denke jedoch, dass es auch Menschen gibt, die dadurch benachteiligt werden obwohl es vermeidbar wäre.
Gerade der It-Bereich wird für viele dadurch sehr unzugänglich. Oder wer weiß heute noch, was genau in seinem Laptop für Hardware drin ist?
Yuna
 

Re: Wie gut sprechen Deutsche englisch?

Ungelesener Beitragvon Unverhofft » 03.12.2013, 16:27

Dirk_1972 hat geschrieben:Hej allemaal,
Deutsche haben ihre Sprachkompetenz in Englisch verbessert, lt. einer Studie von EF Education, wie ich auf N24.de lesen konnte.
...

Übrigens Dirk, auf der von dir zitierten Seite auf N24.de steht zum einen zu lesen: "Deutsche sprechen immer schlechter Englisch", zum anderen: "Gutes Zeugnis für Deutschland. Deutsche sprechen passabel Englisch." Ich glaube, wir können mit dem Ergebnis ganz zufrieden sein. Sind es doch durchweg die klein(er)en Länder, deren Sprache anderenorts kaum gesprochen wird und die sich mit Hilfe der englischen Sprache verständlich machen müssen, die besser dastehen als wir.

Dazu eine kleine Geschichte. Wir haben vor ein paar Jahren einmal Urlaub in Tunesien gemacht. Dort spricht man bekanntlich Französisch. Zu dem Urlaubsarrangement gehörte auch ein dreitägige Wüsten-Safari mit Übernachtungen in zwei verschiedenen Oasen (Douz und Tozeur). Als wir in der einen Oase beim Abendessen vor unserem Teller Couscous saßen, fragte uns einer der braunhäutigen Bediensteten in Englisch, wo wir denn wohl herkämen. Als wir ihm antworteten: "From Cologne in Germany", rief er spontan aus "Ah, aus Köln. Bläck Fööß!" - Die Lehre daraus: Mit Deutsch kommt man auch ganz weit. ;-)
Unverhofft
 

Re: Wie gut sprechen Deutsche Englisch?

Ungelesener Beitragvon Susa » 03.12.2013, 17:06

Wie gut die Deutschen Englisch sprechen, weiß ich nicht, aber viele können nicht einmal richtig Deutsch schreiben ;-)
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Re: Wie gut sprechen Deutsche englisch?

Ungelesener Beitragvon oosterbuur » 03.12.2013, 19:02

Yuna hat geschrieben:Statt Sommerschlussverkauf steht in jedem Fenster "Sale!"

Ich hatte mal mit einem Abruzzesen zusammen gewohnt, der mich allen Ernstes fragte, was es denn mit dem Salz (italienisch sale) in Deutschland auf sich habe, dass überall dafür geworben werden muss.

Was ich damit sagen will: Einfach vorauszusetzen, dass jeder Englisch spricht, ist erstens völlig unrealistisch und führt zweitens zu den irrsinnigsten Missverständnissen. Auch eine Art, sich in Europa weiter auseinander zu leben.

Auf Verwaltungsebene ist es trotzdem schlimm, dass täglich Unmengen von Papieren in sämtliche der 24 Amtssprachen der EU übersetzt werden müssen. Vor ein paar Jahren ging man von 500 € pro Seite aus, und billiger ist es seitdem ganz bestimmt nicht geworden.

Persönlich ziehe ich guten Dialekt einem schlechten Hochdeutsch vor und gutes Deutsch einem schlechten Englisch.
oosterbuur
 

Re: Wie gut sprechen Deutsche englisch?

Ungelesener Beitragvon oosterbuur » 03.12.2013, 19:19

Unverhofft hat geschrieben:Aber muss ein Gärtner, Landwirt oder Maurer unbedingt diese Sprache beherrschen, nur weil er mal einen Urlaub auf Mallorca verbringen will?

Brinkley hat geschrieben:Muss er natürlich nicht, Reimar, er müsste eigentlich Spanisch lernen :-) Schließlich könnten die Spanier nämlich ebenso gut wie du sagen: "Wer in unser Land kommt, soll tunlichst Spanisch lernen".

Nicht nur ebenso gut können das die Spanier sagen, sondern möglicherweise sogar mit besserem Recht. Schließlich hat Spanisch inzwischen mehr Muttersprachler als Englisch, und der nächste Überholer wird Hindi sein. Englisch ist im Vergleich zu seinen Konkurrenten auf dem Rückzug, da gibt es nichts dran zu deuteln, auch, wenn man sich überlegt, dass das mittelamerikanische und einst von den USA dominierte Panama erwägt, neben Spanisch Chinesisch als Pflichtsprache an den Schulen einzuführen.
oosterbuur
 

Re: Wie gut sprechen Deutsche englisch?

Ungelesener Beitragvon bananalars01 » 03.12.2013, 20:56

Offtopic:
Oh da wurde hier gesagt: das ist Lars Quatsch. Dann sollte man es aber auch schon näher mit Fakten belegen können, sonst ist es ohne Substanz.

Also wer ehrlich ist wird sofort zugeben das man bei Niederländern die Englisch sprechen sofort den Akzent hört, im Gegensatz zu Deutschen, Belgiern oder Skandinaviern die eine viel bessere Aussprache haben. Grund wurde genannt; das GRRRRRRRR.

Habe ja in NL und BE gearbeitet, und nicht an der Grenze.
bananalars01
 

Re: Wie gut sprechen Deutsche englisch?

Ungelesener Beitragvon bananalars01 » 03.12.2013, 21:03

Offtopic:
Nebenbei:

Belgier sprechen dementsprechend auch ein viel besseres Deutsch, oder besser: es klingt viel klarer.

Niederländer klingen alle wie Rudi Carell, Sylivie van der Vaart, usw., während es bei Flamen unklar ist wo sie herkommen.

Flamen könnte man für Schweizer halten die Hochdeutsch sprechen, bzw. auch für Luxemburger.
Niederländer niemals, der Akzent ist da.

Ist ja auch nicht schlimm.

Klingt bei Niederländern halt nur nicht so sexy wie wenn eine Französisn Deutsch spricht, denkt bitte an die Werbung von Weizenbier etc.

Okay, ging ja um Englisch. :5:
bananalars01
 

Re: Wie gut sprechen Deutsche englisch?

Ungelesener Beitragvon Dirk_1972 » 03.12.2013, 21:17

Wow! Was für ein spannende Diskussion. Ich selbst habe keine Probleme mit Anglizismen. Sprachen ändern sich sowieso ständig und sind nichts für die Ewigkeit. Was Europa angeht denke ich, dass eine gemeinsame Sprache Vorraussetzung ist, um mehr zusammen zu wachsen- sozusagen um bei den Gemeinsamkeiten anzuknüpfen. Damit will ich nicht sagen, dass alle nur noch Englisch sprechen sollen. Aber als Zweitsprache sollte jeder diese Sprache fließend sprechen können (einger Maßen), um in den Nachbarländern kommunizieren zu können. Ich würde es gut finden, wenn man in Europa zweisprachig erzogen werden würde. Was spricht dagegen? Ein belgischer Maurer könnte dann im Urlaub problemlos mit einem Deutschen Maler in einer netten Bar oder am Strand oder was weiss ich wo, nett ein Gespräch führen. Ich bin sicher, dass auf diese Weise viel mehr Verständnis für die andere "Kultur" aufgebaut werden kann. Oder?

p.s. sorry voor mijn Duits, het had beter gekund. Op dit moment valt het helaas een beetje tegen. :daydream:
Dirk_1972
 

Re: Wie gut sprechen Deutsche englisch?

Ungelesener Beitragvon Rike » 03.12.2013, 21:32

Also zunächst einmal: ich finde diese Diskussion wirklich interessant;

ich denke sowohl über den Aspekt von Reimar als auch von Heleen nach ( Sprache als nicht zu unterschätzendes Kulturgut / Schwierigkeiten der Umsetzung der "Globalisierung" für das " gemeine Volk" , sprich für diejenigen, die noch nicht in de Genuss des frühen Englischunterrichts ab der 3. Klasse gekommen sind, so wie es heute an (fast?) allen deutschen Grundschulen praktiziert wird )...

Daraufhin habe ich mich mal umgesehen, wie das in der Gebärdensprache gehandhabt wird .
Und ich war wirklich erstaunt, dass auch dort in verschiedenen Sprachen kommuniziert wird
(nicht lachen, ich als "Hörende hatte mir das so einfach vorgestellt....z.B. ein Baum ist ein Baum, also müsste doch auch in der Gebärdensprache gleich welcher Nationalität ein Baum gleich dargestellt werden)...mich würde sehr interessieren, wie stark auch dort nationale/ internationale Unterschiede von Bedeutung sind.. ich weiß leider nicht mehr genau, wer hier von den Mitgliedern die Gebärdensprache beherrscht, aber ich fände es schön, auch da eine Meinung zu lesen).

@ Dirk, entschuldige, wenn ich am ursprünglichen Thema vorbei rede / schreibe :blush:
@Lars: und wieder stimme ich Heleen völlig zu was den "Quatsch" betrifft,oder stelle uns doch mal bitte die Fakten für diese Aussage vor ;;-) :

Bananalars01 hat geschrieben:Bei der Aussprache wird dann deutlich das Deutsche (ich gehe von Hochdeutsch aus, nicht von Dialekten) eine viel bessere Aussprache haben als die Niederländer. Ist ja auch logisch: wir haben dieses GRRRRR nicht.



Groetjes

Rike
Rike
 

Re: Wie gut sprechen Deutsche englisch?

Ungelesener Beitragvon oosterbuur » 03.12.2013, 22:16

Brinkley hat geschrieben:Das finde ich eher albern, zumal es in diesem Bereich oft englisch-klingende Bezeichnungen gibt, wie die klassischen Beispiele Handy, Bodybag und Public Viewing, die schlichtweg lächerlich falsch sind.

Das tolle an Deinen Beispielen ist, dass die Wörter handy, body bag und public viewing ja tatsächlich im Englischen benutzt werden, nur halt in ganz anderem Zusammenhang; die letzten beiden haben mit Leichen zu tun 8-X. Daneben gibt es aber auch Ausdrücke wie Twen, Dressman oder Happyend, die im Englischen völlig unbekannt sind. Viel mehr Wörter als aus dem Englischen hat Deutsch übrigens aus dem Lateinischen und dem Französischen entlehnt; es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass hier Informations-Schalter als „deutsche“ Variante von Service-Point verkauft wird. (Übrigens wurde auch Service bereits im 17. Jahrhundert aus dem Französischen entlehnt und Petit Point ist auch nicht gerade eine neue Entlehnung – ebenfalls aus dem Französischen.) Ich finde es zudem unerheblich, dass die Wörter Kusine und Cousin keine deutschen Wurzeln haben; trotzdem ziehe ich sie der Base und dem Vetter vor.

Bevor ich endlich auf die eigentliche Frage eingehe, wie gut Deutsche Englisch sprechen, möchte ich noch von meinen eigenen Erfahrungen erzählen. Da der größere Teil meiner Verwandtschaft englische Muttersprachler sind und auch ich diese Sprache mit der Muttermilch aufgesogen habe, kommt es öfter vor, dass ich unterwegs mit meinen Begleitern Englisch rede. Und dabei habe ich den deutlichen Eindruck, dass ich öfter angesprochen werde, als wenn wir die Sprache vor Ort benutzen, sowohl in Deutschland, als auch in den benachbarten Königreichen im Westen. Ich schließe daraus, dass die Leute Englisch sprechen wollen, dass für viele die Sprache Miss Marples und Charlie Browns über ein enormes Prestige verfügt. Zumindest noch – in Lateinamerika gibt es da jetzt enorme Image-Einbußen wegen des Abhörskandals der befreundeten Geheimdienste aus den USA, dem Vereinigten Köningreich, Kanada, Australien und Neuseeland. Auch im Nahen und im Fernen Osten ist man weniger der Meinung, diese Staaten seien enge Freunde und müssten es bleiben.

Wie gut sprechen Deutsche Englisch? Viele jedenfalls gut genug, um einfache Alltagsfragen zu stellen und zu beantworten. Wenige aber gut genug, um sich mit ihnen über Gott und die Welt zu unterhalten. Und schwierig wird’s auch, wenn die Wörter ant, and, ent und end alle gleich klingen. (Ents sind baumartige Wesen in Tolkiens Herr der Ringe.)
oosterbuur
 

Re: Wie gut sprechen Deutsche englisch?

Ungelesener Beitragvon Yuna » 04.12.2013, 11:26

Daraufhin habe ich mich mal umgesehen, wie das in der Gebärdensprache gehandhabt wird .
Und ich war wirklich erstaunt, dass auch dort in verschiedenen Sprachen kommuniziert wird
(nicht lachen, ich als "Hörende hatte mir das so einfach vorgestellt....z.B. ein Baum ist ein Baum, also müsste doch auch in der Gebärdensprache gleich welcher Nationalität ein Baum gleich dargestellt werden)...mich würde sehr interessieren, wie stark auch dort nationale/ internationale Unterschiede von Bedeutung sind.. ich weiß leider nicht mehr genau, wer hier von den Mitgliedern die Gebärdensprache beherrscht, aber ich fände es schön, auch da eine Meinung zu lesen).

Hallo,
ich habe wenige Grundkenntnisse der Gebärdensprache auch in dieser gibt es leider internationale und regionale Unterschiede. Da Gebärden sich auf Grund von Erfahrungen entwickeln, können diese sich immer in unterschiedlichen Ländern unterschieden. Kommunikation ist meist ein regionaler Konsens über Gebärden. Dies ist allein schon beim Namen einer Person so, den ich im folgenden erkläre:

Stellt sich ein Mensch mit Gebärden vor, buchstarbiert er erst seinen Namen, wie er im Pass steht. Im Anschluss macht er eine Gebärde für "Nenne mich..." und dann eine weitere charakterisierende Gebärde. Diese kann zum Beispiel "klein", "lieb" oder "witzig" bedeuten, bezeichnet jedoch ab diesem Moment in den Gebärden die Person und nicht mehr die Eigenschaft.
Gebärden haben eine eigene Grammatik, einen vollkommen anderen Satzbau und vielfach sehr viele Bedeutungen, je nach dem, ob die Gebärde nahe am Körper, weiter weg oder mit einer bestimmten Mimik gemacht wird. So macht man eine Gebärde für ein "Buch lesen" mit einem deutlichen lachen, um zu sagen "Ich lese ein tolles Buch". Mit einer ausdruckslosen Mimik ist das gelesene Buch jedoch bestenfalls langweilig, obwohl die selbe Gebärde verwendet wurde. In anderen Ländern kann jedoch diese Gebärde statt einem Buch eine Zeitung sein...
Yuna
 

Re: Wie gut sprechen Deutsche englisch?

Ungelesener Beitragvon Dirk_1972 » 04.12.2013, 13:36

Sehr interessant, ich habe mich noch nie mit Gebärensprache beschäftigt. In meiner Naivität hätte ich gedacht, dass es dafür eine internationalisierte Sprache geben würde.

@Rike, ich finde das gar nicht am Thema vorbei. ;-) Es ist ja sowieso eine ziemlich breite Diskussion entstanden, in der auch auf Erfahrungswerte zurückgegriffen wird.

@Reimar, wo stand das genau, dass Deutsche immer schlechter Englisch sprechen? Ich meine nur, weil das würde ja genau das Gegenteil aussagen. GIbt es da wirklich Anhaltspunkte, dass dies rückläufig ist, auch wenn im Großen und Ganzen doch recht passabel?

Leider verfüge ich nicht über repräsentatives Untersuchungsmaterial, wo einzelne Länder in der EU verglichen werden. Ich bin nicht sicher, nochmals, ob die Studie von EF Education dies hergibt. Natürlich könnte ich auch Allgemeinplätze hier einbringen, so wie der Quatsch von BananeLars, oder Dinge die einfach nicht stimmen, aber darauf verzichte ich lieber. Sorry BananeLars, ich will dir nicht zu nahe treten. Oder meinst du deine Äußerungen einfach nur ironisch und willst du witzig sein? Ich fürchte beinah nicht. Aber das kann ich nicht gut einschätzen.

@oosterbuur, die Worte ant, and, ent und end hören sich für mich überhaupt nicht gleich an.
Dirk_1972
 

Re: Wie gut sprechen Deutsche englisch?

Ungelesener Beitragvon Brinkley » 04.12.2013, 17:30

Offtopic:
bananalars01 hat geschrieben:Oh da wurde hier gesagt: das ist Lars Quatsch. Dann sollte man es aber auch schon näher mit Fakten belegen können, sonst ist es ohne Substanz.
Also wer ehrlich ist wird sofort zugeben das man bei Niederländern die Englisch sprechen sofort den Akzent hört, im Gegensatz zu Deutschen, Belgiern oder Skandinaviern die eine viel bessere Aussprache haben. Grund wurde genannt; das GRRRRRRRR.

Habe ja in NL und BE gearbeitet, und nicht an der Grenze.

Niederländer klingen alle wie Rudi Carell, Sylivie van der Vaart, usw., während es bei Flamen unklar ist wo sie herkommen.

@Larsquatsch: Lieber Lars, du hast mir die Arbeit abgenommen und mit den oben stehenden Beiträgen selbst schon für wunderbare Beispiele gesorgt :-)
Schon mal überlegt, dass dir der deutsche Akzent vielleicht nicht so auffällt, weil du ihn selber vermutlich auch hast? Und mir ist nach wie vor schleierhaft, was du mit GRRRR meinst.


@ Gebärdensprache: ich kenne mich damit auch ein wenig aus, und bin jedesmal wieder fasziniert davon, dass diese Sprache die dritte Dimension "Raum" benutzt. Und ja, es gibt in der Gebärdensprache auch unterschiedliche nationale Sprachen, sogar Dialekte! Denn auch die Gebärdensprache ist eine lebendige Sprache, die sich im täglichen Gebrauch entwickelt.
Brinkley
 

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